Dauerausstellung

    Auf Etappen durch den alpinen Tourismus

    Sie starten den Rundgang in der neuen PreShow, einer Multimedia-Präsentation. Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe begleitet Sie auf der Zeitreise durch die Geschichte des Tourismus. Auf verschiedenen Etappen reisen die Besucher durch die Tourismusgeschichte des alpinen Tourismus in der Schweiz. Die Exponate haben direkten Bezug zu heute noch erlebbaren Zeugen der Vergangenheit wie Gasthöfen, Hotels, Dampfschiffe oder Bergbahnen. Ein charmant inszenierter Rundgang führt durch die Entwicklung des Fremdenverkehrs, der für die alpine Region zum wichtigsten Wirtschaftszweig angewachsen ist.

    Wiege des Tourismus

    Am Städtchen Unterseen führte für die ersten Reisenden, die sich auf eine abenteuerliche Reise in die
    Alpen wagten, kein Weg vorbei. Ob zu Fuss oder mit Ross und Wagen, hier machten sie Halt, stärkten sich kurz oder verbrachten die Nacht im Stadthaus, im Schloss oder im stattlichen Pfarrhaus an der Oberen Gasse. Nach dem Stadtbrand 1470 hat die Bernische Obrigkeit das Herrschaftshaus neu aufgerichtet. 1979 restaurierte die Gemeinde Unterseen das historische Gebäude.

    Die Anfänge des Fremdenverkehrs

    Im Erdgeschoss informieren Module über Goethes Schweizer-Reise 1779, frühe Reisende, die Säumer und Händler, über Wallfahrtsorte, über Kurbäder und die Molkenkuren, die Armut in der Alpenregion und die dadurch provozierten Auswanderungen vor der Entwicklung des Fremdenverkehrs.

    Unspunnen – Inspiration für den «neuen» Fremdenverkehr

    Die ersten Unspunnenfeste (1805 und 1808) übten eine gewaltige propagandistische Wirkung aus. Der Besuch des Berner Oberlandes mit seinen Gletschern und Wasserfällen gehörte fortan zu den Grand Tours der gebildeten und privilegierten Oberschicht der Gesellschaft in Europa.

    Unterkunft und Verpflegung

    Es gab bisher nur wenige Gasthäuser. Nach den Unspunnenfesten von entwickelte sich in Interlaken Innerhalb nur eines Jahrzehnts eine veritable Gasthaus-Kolonie.. Die vorerst kleinen Familienpensionen vermehrten sich rasch, wurden zu Hotelbetrieben vergrössert und aus einigen wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts luxuriöse Grandhotels. Immer wieder wurde aber die Entwicklung durch kriegerische oder wirtschaftliche Krisen gebremst. Das 19. Jahrhundert war die Epoche der Erfindungen und der Industrialisierung. Auch die Hotels mussten sich auf die Modernisierungen einstellen.

    Verkehr

    Kutschen und Dampfschiffe waren bis ins 19. Jahrhundert die wichtigsten Verkehrsmittel. Bedeutend für die Entwicklung des Tourismus war der Ausbau des Eisenbahnetzes. Mit dem Bau der Zubringerbahnen in die Berggebiete konnten die Kurorte immer schneller und komfortabler erreicht werden.

    Koffer und Dienstmänner

    Reisten die Gäste mit dem öffentlichen Verkehr an, was in der Hochblüte der Hotellerie üblich war, wurden sie am Bahnhof vom Dienstmann und den Hotel-Omnibussen mit ihren Voituriers, und Porteuren in Empfang genommen. Diese hatten die Aufgabe, nebst den Gästen selbst Unmengen an Koffern, Hutschachteln und anderen Reiseutensilien ins Hotel zu bringen.

    Neue Verkehrsmittel beschleunigen den Tourismus

    Der revolutionäre Wandel im Tourismus des 19. Jahrhunderts geschah durch Erfindung und Einführung des Dampfschiffes und der Eisenbahn sowie durch den Ausbau des Post- und Nachrichtenwesens. Personentransportmittel mit hohen Transportkapazitäten, geringen Transportkosten und hohen Geschwindigkeiten waren gefunden. Die Einführung der Eisenbahnen, die etwa ab 1850 zum Tragen kam, brachte Reisegeschwindigkeiten von 30-60 und mehr Stundenkilometern bei gleichzeitiger Verminderung der Beförderungskosten. Man konnte Ziele in wenigen Stunden erreichen, die vorher eine Anreise von Tagen erforderten. Aufgrund dieser Neuerungen wurde das Reisen immer einfacher und populärer.

    Das Tourismusspiel

    Das interaktive Tourismusspiel informiert auf spielerische Art über die Geschichte des touristischen Verkehrs. Über die Touch Screens erfahren die Besucher viele Geschichten.

    Alpinismus und Wandern

    Gipfelbesteigungen galten in der Anfangszeit rein wissenschaftlichem Interesse. Später wurde das Bergsteigen zum Sport, der schliesslich zur extremen Kletterei führte. Der Verein Berner Wanderwege wurde 1937 ins Leben gerufen. Schweizweit gibt es heute rund 65‘000 Kilometer Wanderwege. Im Kanton Bern sind es etwa10‘000 Kilometer, davon 4800 Kilometer im Berner Oberland.

    Wintertourismus seit 1864

    Erste Spuren des Wintertourismus in Im Herbst 1864 habe Johannes Badrutt im Hotel Kulm St. Motitz mit sechs seiner englischen Sommergästen eine Wette abgeschlossen: Er lud sie ein, im Winter seine Gäste zu sein, und versprach ihnen, sie würden auch im Winter bei Sonnenschein hemdsärmelig auf seiner Terrasse sitzen können. Falls er Unrecht haben sollte, würde er zusätzlich die Reisekosten von London nach St. Moritz übernehmen. Die Engländer reisten im Frühling sonnengebrannt nach Hause und erzählten «halb England» von ihren Ferien in St. Moritz; der Winter-Tourismus war lanciert. So die Legende. Darauf abgestützt, gilt das Jahr 1864 als das Geburtsjahr des Winter-Tourismus in der Schweiz.

    Das Souvenir-Gewerbe

    Die aufkommende Fremdenindustrie bot der Bergbevölkerung oft die einzige Möglichkeit nebenbei ein paar Franken zu verdienen. Wer im Hotel-, Restaurations- oder Transportgewerbe eine Beschäftigung fand, konnte sich glücklich schätzen. Kunsthandwerk wie Schnitzereien, Töpfereien, Stickereien und gemalte Veduten waren bei den Fremden gefragt und vielerorts entstand daraus ein wichtiges Gewerbe.

    Goethe im Berner Oberland, historische Malerei.

    Mediathek

    Sie suchen Fotos, Prospekte, Plakate, oder Textinfos zur Geschichte des Tourismus? Vielleicht haben wir das Gesuchte in unserer Sammlung.

    Museums-Kiosk

    Bücher, auch einzigartige Fundstücke, Postkarten und kleine Souvenirs bieten wir Ihnen in unserem Museums-Kiosk an. 

    Bistro

    Eröffnung: 29. August 2026
    Vor, nach oder während dem Besuch im Tourismusem bietet das Bistro Kaffee und kalte Getränke, kleine Snacks oder auch ein Glas von Goethes Lieblingswein zum Entspannen an.